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Rumänien: Roşia, Scoala de Arte si Meserii Waldorf Hans Spalinger

Mosaiken im FlurDas erste Kunstprojekt fand in der Schule in Roşia, Rumänien im Oktober 2008 statt. Roşia ist ein kleines Dorf in Siebenbürgen, in der Nähe von Sibiu/Hermannstadt. Im sogenannten Unterdorf leben ca. 1000 sesshaft gewordene Roma-Familien, für deren Kinder 1998 eine Waldorfschule gegründet wurde. Die SchülerInnen stammen in der Regel aus kinderreichen Familien ohne festes Einkommen, sie sind chronisch unterernährt und leben dicht gedrängt in einfachsten Behausungen (Einraumhäusern).

 

An diesem Kunstprojekt nahmen die Kinder aller Klassen (also der Klassen 1 – 10) teil, jeweils aufgeteilt in eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe. Die Dozenten der Alanus-Hochschule wurden von einer Gruppe von Studentinnen und Studenten begleitet, die aktiv in einer Lernbegleiterrolle an den Kunstprojekten teilnahmen. Die Arbeit begann jeweils für die Klassen beider Gruppen mit dem gemeinsamen Singen. Mit dieser interaktiven, kulturübergreifenden musikalischen Arbeit wurden klassenübergreifend „Begegnungsräume“ geschaffen. Es wurden insgesamt vier sehr unterschiedliche – teils eher melodische, teils stark rhythmusbetonte – Lieder einstudiert, die alle auch im Kanon gesungen werden konnten. Am Freitag der ersten Woche wurden die Lieder im Rahmen eines Abschlusskonzerts öffentlich aufgeführt. Nach dem Chorsingen arbeiteten die Schüler klassenweise an größeren künstlerischen Projekten.

Einige Fotoimpressionen aus Rumänien

 

Folgende Teilprojekte fanden statt:

  • Wandgestaltung in der Kantine und in den Fluren durch Wandmalerei und Gemäldeensembles (Thema „Unterwasserwelt“);
  • ein Mosaik im Treppenhausbereich; eine Postkartenaktion „Grüße aus dem Unterdorf“: Studenten und SchülerInnen gestalteten Postkarten (Linolschnitt und -druck), die in Rosia und in Europa zugunsten der Jugendförderung der Roma verkauft wurden;
  • eine Theateraufführung mit selbst hergestellten Masken.

Außerdem blieb viel Raum für die Verwirklichung eigener künstlerischer Ideen der Kinder bzw. für spontane Ergänzungen und Erweiterungen der Projekte (z.B. Stoffmalerei).

Wandmalerei

Am Ende jeder Projektwoche wurden die Ergebnisse in der Schule vor den Dorfbewohnern und anschließend in der Galerie „xfuture“ in Sibiu/Hermannstadt, der Kulturhauptstadt Europas 2007 öffentlich präsentiert. Die Kinder waren durchwegs mit Begeisterung bei der Sache, viele verblüfften ihre Lehrer mit ihrem plötzlichen Durchhaltevermögen und ihrer Freude am Selber-Aktivsein. Viele Schüler haben ihre künstlerischen Aktivitäten selbständig weitergeführt und bekamen erkennbar große Lust am eigenständigen, offenen Gestalten. Die parallel durchgeführten systematischen Beobachtungen ebenso wie die Lehrerbefragungen ergaben vor allem eindrückliche Veränderungen im Sozialverhalten der Schüler und eine deutliche Abnahme der Aggressionen untereinander. Mehrere Lehrer gaben an, einzelne Schüler nun in einem ganz neuen Licht zu sehen.

 
  Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.
 
     
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